Der österreichische Hersteller Rubble Master hat sich mit mobilen Prallbrechern auf Abbruch- und Recyclinganwendungen spezialisiert. Das Unternehmen aus Linz positioniert sich im Marktsegment kompakter Brechanlagen mit fünf Hauptmodellen, die sich durch geringes Transportgewicht und hohe Mobilität auszeichnen. Das Produktportfolio deckt Durchsatzleistungen von 90 bis 240 Tonnen pro Stunde ab und richtet sich primär an Bauschuttrecycling, selektiven Abbruch und Baustoffaufbereitung.
Produktlinie: Fünf mobile Prallbrecher für unterschiedliche Einsatzklassen
Das Kernprodukt RM 120X bildet die Spitze der Baureihe. Der mobile Prallbrecher erreicht einen Durchsatz von bis zu 240 Tonnen pro Stunde bei einem Transportgewicht von 29,5 Tonnen. Die Maulweite beträgt 1.100 x 800 Millimeter, die maximale Aufgabegröße liegt bei 700 Millimetern. Das Gerät arbeitet mit einem Raupenfahrwerk und ist für den Einsatz auf Abbruch- und Recyclingbaustellen konzipiert, bei denen häufige Standortwechsel erforderlich sind.
Der RM 100GO! positioniert sich als mittlere Leistungsklasse mit 220 t/h Durchsatz und 27 Tonnen Einsatzgewicht. Die Besonderheit dieses Modells liegt im integrierten Vorsieb, das bereits bei der Aufgabe eine Kornfraktionierung ermöglicht. Die Maulweite von 1.000 x 700 Millimeter eignet sich für Bauschutt, Asphaltaufbruch und Betonstücke bis 600 Millimeter Kantenlänge.
In der Kompaktklasse bietet Rubble Master den RM 90GO! mit 150 t/h sowie den RM 70GO! 2.0 mit 110 t/h an. Beide Modelle wiegen unter 24 Tonnen und sind damit ohne Sondergenehmigung transportierbar. Der kleinste Vertreter, der RM 60, erreicht 90 t/h bei 19 Tonnen Einsatzgewicht und richtet sich an kleinere Abbruchunternehmen und kommunale Bauhöfe.
Technische Differenzierung: Hybridantrieb und Nachsiebeinheit
Rubble Master setzt bei mehreren Modellen auf einen dieselelektrischen Hybridantrieb. Das System kombiniert einen Dieselmotor mit einem Generator und elektrischen Antriebsmotoren für Brecher, Förderbänder und Fahrwerk. Die Anlage kann wahlweise über den integrierten Dieselmotor oder über externes Stromnetz betrieben werden. Bei Netzanschluss entfallen Dieselverbrauch und Lokale Emissionen vollständig – ein Vorteil bei innerstädtischen Abbruchprojekten oder in Hallen.
Die Nachsiebeinheit RM Screen ist als optionales Anbaumodul für alle Modelle verfügbar. Das 3,6 x 1,5 Meter große Schwingsieb wird direkt unter dem Hauptaustrageband montiert und trennt das gebrochene Material in zwei oder drei Fraktionen. Die Siebfläche ist in zehn Minuten wechselbar, übliche Maschenweiten liegen zwischen 10 und 80 Millimetern. Für Anwendungen mit hohen Feinanteilen – etwa bei Mörtelaufbereitung – bietet Rubble Master das RM CS2500, eine mobile Siebanlage mit eigener Aufgabe und zweistöckigem Siebdeck.
Einsatzbereiche und Materialspektrum
Die typischen Anwendungen umfassen Betonrecycling, Asphaltaufbereitung, Ziegelbruch und Naturstein. Rubble Master-Brecher werden häufig auf Abbruchbaustellen eingesetzt, wo vor Ort aufbereitetes Material direkt für Hinterfüllungen oder Tragschichten wiederverwendet wird. Ein weiteres Einsatzfeld sind Kieswerke, die mit mobilen Brechern temporäre Kapazitätsengpässe überbrücken oder zusätzliche Kornfraktionen erzeugen.
Im Vergleich zu stationären Brechanlagen punkten die Rubble Master-Modelle durch geringen Platzbedarf und schnelle Inbetriebnahme. Die Rüstzeit beträgt je nach Modell 15 bis 30 Minuten. Die kompakte Bauweise ermöglicht den Einsatz auch in beengten innerstädtischen Lagen, wo der Aufbau größerer Anlagen nicht möglich ist.
Marktposition: Fokus auf Kompaktheit und europäischen Mittelstand
Rubble Master konkurriert im Segment mobiler Brechanlagen mit etablierten Herstellern wie Kleemann, Metso und Sandvik. Die strategische Differenzierung liegt in der Gewichtsklasse unter 30 Tonnen und der Hybridtechnologie. Während größere Hersteller oft Durchsätze über 300 t/h und Transportgewichte über 40 Tonnen realisieren, zielt Rubble Master auf Anwender, die häufige Standortwechsel ohne Schwertransport benötigen.
Das Unternehmen vertreibt seine Produkte über ein Händlernetz in über 100 Ländern. Schwerpunktmärkte sind Mitteleuropa, Skandinavien und zunehmend Nordamerika. In Deutschland kooperiert Rubble Master mit regionalen Baumaschinen- und Nutzfahrzeughändlern, die Service und Ersatzteilversorgung übernehmen.
Aktuelle Entwicklungen: Elektrifizierung und Automatisierung
Rubble Master hat 2023 eine vollständig elektrische Variante des RM 90 angekündigt. Das Modell soll ausschließlich über Netzanschluss oder Batteriespeicher betrieben werden und verzichtet komplett auf einen Verbrennungsmotor. Die Markteinführung ist für 2024 geplant. Zielgruppe sind Recyclinghöfe und urbane Abbruchprojekte mit verfügbarer Strominfrastruktur.
Im Bereich Automatisierung arbeitet der Hersteller an einer Fernsteuerung für Brechprozesse. Ein Assistenzsystem soll über Sensoren die Brecherspaltweite, Drehzahl und Materialzufuhr automatisch regeln und so konstante Korngrößen bei schwankendem Aufgabematerial sicherstellen. Erste Prototypen werden auf ausgewählten Baustellen getestet.
Die Serviceintervalle der aktuellen Modellgeneration liegen bei 500 Betriebsstunden für Öl- und Filterwechsel. Verschleißteile wie Prallplatten und Siebe erreichen je nach Material zwischen 1.000 und 3.000 Betriebsstunden. Rubble Master bietet für alle Modelle Wartungsverträge mit Ferndiagnose über Telematik-Anbindung an.


