BOMAG liefert seit Frühjahr 2025 die BW 18 RH aus. Die neue Gummiradwalze der 18-Tonnen-Klasse verdichtet Asphalt ohne zusätzlichen Ballast. Das Einsatzgewicht liegt bei exakt 18.000 kg. Damit positioniert sich die Maschine zwischen den kompakten 12-Tonnern und den schweren 25-Tonnen-Walzen für den Autobahnbau.
Antrieb und Motorisierung: 129 kW für schwere Einsätze
Der Deutz-Dieselmotor der BW 18 RH leistet 129 kW, das entspricht 175 PS. Die Maschine erfüllt die EU Stage V Emissionsklasse. BOMAG setzt auf hydrostatischen Fahrantrieb mit stufenloser Geschwindigkeitsregelung. Die Fahrgeschwindigkeit erreicht maximal 12 km/h. Für den Transport auf dem Tieflader bleibt die Maschine mit 3,1 Metern Höhe unter kritischen Brückendurchfahrten. Das Wendemanöver gelingt dank Pendelachse auf 6,8 Metern Außenradius.
Der Kraftstofftank fasst 290 Liter Diesel. Bei Dauereinsatz im Straßenbau reicht das für rund 8 Betriebsstunden. Der Verbrauch liegt laut Hersteller bei durchschnittlich 32 Litern pro Stunde unter Volllast. Im Vergleich zu hydraulisch angetriebenen Walzen älterer Bauart spart die BW 18 RH etwa 15 Prozent Kraftstoff.
Bereifung: 11 Gummiräder verdichten bis 350 mm Schichtdicke
Die Walze rollt auf 11 Gummirädern. Die Vorderachse trägt 5 Räder, die Hinterachse 6. Jeder Reifen misst 23.1-26 und erzeugt einen Liniendruck von 45 N/cm. Das System verdichtet Asphaltschichten bis 350 mm Einbaudicke in einem Übergang. Für dünnere Deckschichten ab 40 mm lässt sich der Reifendruck auf 30 N/cm reduzieren. Die Druckregelung erfolgt über ein zentrales Reifendruckregelungssystem direkt aus der Kabine.
Die Arbeitsbreite beträgt 2.130 mm. Das entspricht der Standardbreite moderner Asphaltfertiger im kommunalen Straßenbau. Wer breitere Bahnen verdichten muss, kombiniert zwei Überfahrten mit 200 mm Überlappung. Die BW 18 RH verdichtet dann effektiv 4 Meter Breite pro Einsatztag.
Vibrationssystem mit variablen Frequenzen
BOMAG verbaut ein Vibrationssystem mit variabler Frequenz zwischen 25 und 30 Hz. Die Amplitude erreicht maximal 1,8 mm. Diese Werte eignen sich besonders für bindige Tragschichten und Asphalte mit hohem Bindemittelanteil. Bei temperatursensiblen Mischguttypen lässt sich die Vibration stufenlos reduzieren oder komplett abschalten. Die Maschine arbeitet dann ausschließlich mit statischem Druck über das Eigengewicht.
Ein integriertes Verdichtungsmesssystem erfasst kontinuierlich den Verdichtungsgrad. Der Fahrer sieht auf dem Display in der Kabine in Echtzeit, ob die geforderten Werte erreicht sind. Das System basiert auf Beschleunigungssensoren in den Achsen und rechnet die Bodendynamik in einen Verdichtungswert um. Die Daten lassen sich via USB-Stick exportieren und für die Dokumentation nach BIM-Standards aufbereiten.
Kabine und Bedienung: ROPS-geschützt mit Klimaanlage
Die Fahrerkabine erfüllt die ROPS-Norm Level II. Das bedeutet Schutz bei Überschlag bis 18 Tonnen Einsatzgewicht. Die Kabine ist serienmäßig klimatisiert. Die Kühlleistung erreicht 3,5 kW, ausreichend für Sommereinsätze bei über 35 Grad Außentemperatur. Ein Luftsitz mit pneumatischer Federung dämpft Vibrationen. Die Armlehnen sind höhenverstellbar und integrieren die Joystick-Steuerung für Fahrtrichtung und Vibration.
Die Rundumsicht durch die Panoramaverglasung deckt 270 Grad ab. Zusätzlich überwachen zwei Rückfahrkameras die toten Winkel hinter der Maschine. Die Bilder erscheinen auf dem zentralen 10-Zoll-Farbdisplay. Dort laufen auch alle Maschineninformationen zusammen: Motordrehzahl, Hydrauliktemperatur, Verdichtungswerte, GPS-Position.
Wettbewerbsvergleich: BOMAG gegen HAMM und Ammann
Die BW 18 RH tritt direkt gegen die HAMM HD+ 140i VV und die Ammann ARP 95 an. Alle drei Walzen arbeiten in der 18-Tonnen-Klasse. Die HAMM HD+ 140i liefert 142 kW Motorleistung, also 10 Prozent mehr als die BOMAG. Dafür verbraucht sie im Schnitt 35 Liter Diesel pro Stunde. Die Ammann ARP 95 kommt mit 120 kW aus, erreicht aber nur 10 km/h Transportgeschwindigkeit. Die BOMAG positioniert sich in der Mitte: ausreichend Leistung, moderater Verbrauch, hohe Transportgeschwindigkeit.
Beim Preis liegt die BW 18 RH bei etwa 285.000 Euro netto. Die HAMM kostet rund 295.000 Euro, die Ammann startet bei 270.000 Euro. Wer ein Komplettpaket mit GPS-Steuerung und automatischer Verdichtungsdokumentation ordert, zahlt bei allen Herstellern zwischen 15.000 und 20.000 Euro Aufpreis.
Einsatzgebiete: Von der Kreisstraße bis zum Autobahnzubringer
Die BW 18 RH eignet sich für kommunale Straßenbaustellen und Autobahnzubringer. Typische Einsatzfälle sind Deckschichtverdichtungen bei Erneuerungen von Kreisstraßen und Bundesstraßen. Die Maschine verdichtet auch Tragschichten aus Schotter oder Recyclingmaterial. Im Erdbau leistet sie gute Arbeit bei der Verdichtung von Dammkörpern im Straßen- und Deponiebau.
Weniger geeignet ist die BW 18 RH für hochfrequente Innenstadtbaustellen mit Lärmschutzauflagen. Hier punkten zunehmend elektrische Walzen, die allerdings noch nicht in der 18-Tonnen-Klasse verfügbar sind. Volvo modernisiert gerade sein Werk in Hameln für die Fertigung elektrischer Walzen, konzentriert sich aber zunächst auf kleinere Modelle bis 12 Tonnen.
Wartung und Service: 500 Stunden bis zur ersten Inspektion
Die erste Inspektion steht nach 500 Betriebsstunden an. BOMAG gibt als Intervall für Ölwechsel und Filterwechsel 500 Stunden vor. Der Hydraulikölwechsel erfolgt alle 2.000 Stunden. Die Reifen halten je nach Einsatz zwischen 3.000 und 5.000 Betriebsstunden. Bei intensivem Asphaltwalzen mit hohen Temperaturen erreichen die Gummireifen die untere Grenze. Im gemischten Einsatz mit Tragschichtverdichtung sind 4.000 Stunden realistisch.
Die Ersatzteilversorgung läuft über das BOMAG-Händlernetz. Verschleißteile wie Reifen sind innerhalb von 48 Stunden lieferbar. Elektronikkomponenten und Antriebsaggregate kommen direkt aus dem Zentrallager in Boppard. BOMAG bietet Wartungsverträge ab 12.000 Euro pro Jahr an. Das Paket deckt alle Inspektionen und Verschleißteile ab, ausgenommen sind nur Schäden durch Unfälle.
Telematik: Flottenmanagement per Cloud
Die BW 18 RH ist serienmäßig mit dem BOMAG-Telematiksystem Bomap ausgestattet. Das System sendet alle 15 Minuten Standort, Betriebsstunden, Kraftstoffstand und Fehlercodes an die Cloud. Flottenmanager greifen per Browser oder Smartphone-App auf die Daten zu. Das System erfasst auch Leerlaufzeiten und ineffiziente Fahrmanöver. Wer seine Walzenflotte optimiert, spart laut BOMAG bis zu 10 Prozent Betriebskosten.
Die Telematik erlaubt auch vorausschauende Wartung. Steigt die Hydrauliktemperatur über einen kritischen Wert, löst das System eine Warnung aus. Der Servicetechniker wird automatisch informiert und kann handeln, bevor die Maschine ausfällt. BOMAG gibt an, dass sich durch vorausschauende Wartung Ausfallzeiten um bis zu 30 Prozent reduzieren lassen.
Fazit: Solide Walze für den klassischen Straßenbau
Die BOMAG BW 18 RH liefert 18 Tonnen Verdichtungskraft ohne Ballast. Die Maschine eignet sich für Straßenbauer, die täglich Asphaltdecken zwischen 100 und 350 mm verdichten. Der Preis von 285.000 Euro liegt im Marktdurchschnitt. Die Betriebskosten bewegen sich bei etwa 85 Euro pro Betriebsstunde inklusive Kraftstoff, Wartung und Verschleiß. Wer 1.500 Stunden pro Jahr fährt, kalkuliert mit jährlichen Gesamtkosten von rund 127.500 Euro.
Als Alternative zur Neuanschaffung bietet BOMAG Mietmodelle ab 3.500 Euro pro Woche an. Bei Langzeitmiete über 12 Monate sinkt die Rate auf etwa 12.000 Euro monatlich. Für Unternehmen, die nur saisonal verdichten, rechnet sich die Miete ab dem dritten Einsatzjahr gegenüber dem Kauf.






