Der Takeuchi TB 370 W ist ein Kompaktbagger mit 7,2 Tonnen Einsatzgewicht und Radfahrwerk. Takeuchi hat das Modell als Lückenschluss zwischen schweren Minibaggern und klassischen Mobilbaggern positioniert. Die Besonderheit: ein stufenlos verstellbares Fahrwerk, das Spurweiten zwischen 1.700 und 2.270 Millimetern ermöglicht.

Hydraulisch verstellbares Fahrwerk für enge Passagen

Das zentrale Merkmal des TB 370 W ist die hydraulische Spurverstellung. Der Fahrer kann die Radstellung aus der Kabine heraus anpassen, auch während der Fahrt. Die minimale Spurweite von 1.700 Millimetern macht den Bagger schmal genug für Toreinfahrten und schmale Baustellenzufahrten. In voller Arbeitsbreite von 2.270 Millimetern steht das Fahrwerk stabil für Grabarbeiten mit vollem Ausleger.

Die Radaufhängung arbeitet mit Pendelachsen vorn und hinten. Das gibt dem TB 370 W Geländegängigkeit auf unebenen Baustellen. Die Achslast verteilt sich über vier Räder, was den Flächendruck reduziert. Für Asphalt- oder Pflasterarbeiten ist das ein Vorteil gegenüber einem Raupenbagger, der Spuren hinterlässt.

Grabkraft und Reichweite: Dimensionen im Detail

Der Bagger erreicht eine maximale Grabtiefe von 3.880 Millimetern. Die Reichweite auf Bodenniveau liegt bei 6.460 Millimetern. Der Monoblocausleger ist 2.650 Millimeter lang, der Löffelstiel misst 1.770 Millimeter. Takeuchi gibt die Reißkraft am Löffel mit 57 Kilonewton an, am Stiel sind es 41 Kilonewton.

Zum Vergleich: Ein kettenlaufender Takeuchi TB 320 mit ähnlichem Einsatzgewicht erreicht etwa 10 Prozent mehr Grabkraft, ist aber auf befestigten Flächen langsamer und verursacht höheren Verschleiß. Der TB 370 W fährt bis zu 30 Kilometer pro Stunde, was auf größeren Baustellen oder beim Wechsel zwischen Einsatzorten Zeit spart.

Motor und Hydraulik: Leistung nach Stage V

Der Antrieb stammt von Yanmar: ein 4TNV98C-NPKB Dieselmotor mit 3,3 Litern Hubraum und 55,4 Kilowatt Leistung. Der Vierzylinder erfüllt die Abgasnorm EU Stage V mit Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysator. Der Tank fasst 140 Liter, was bei moderater Auslastung für rund 10 Betriebsstunden reicht.

Die Hydraulik arbeitet mit variabler Pumpenleistung bis maximal 182 Liter pro Minute. Der Systemdruck liegt bei 245 Bar. Takeuchi verbaut ein Load-Sensing-System, das den Volumenstrom an den tatsächlichen Bedarf anpasst. Das reduziert Kraftstoffverbrauch und Wärmeentwicklung. Der Hersteller gibt einen Durchschnittsverbrauch von rund 9 Litern pro Stunde an, abhängig von Einsatzprofil und Anbaugerät.

Kabine und Bedienkonzept

Die Kabine ist ROPS/FOPS-zertifiziert und bietet 1,90 Meter Innenraumhöhe. Die Verglasung geht bis zum Boden, was Sicht auf Baggerlöffel und Grabbereich verbessert. Zwei Joysticks steuern Ausleger, Stiel, Löffel und Schwenkwerk. Die Fahrpedale sind getrennt für linkes und rechtes Rad angeordnet, was präzises Rangieren auf engen Baustellen erleichtert.

Serienmäßig verbaut ist ein 7-Zoll-Farbdisplay für Maschinenparameter. Über das Menü lassen sich Arbeitsprofile speichern, etwa für Graben, Planie oder Materialumschlag. Ein optionaler Schnellwechsler ist hydraulisch vorgerüstet. Wer regelmäßig zwischen Löffel, Greifer oder Hydraulikhammer wechselt, spart damit pro Tag mehrere Minuten.

Einsatzfelder: Für wen sich der Radkompaktbagger rechnet

Der TB 370 W richtet sich an Betriebe im Tief- und Straßenbau, die auf wechselnden Baustellen arbeiten. Typische Einsatzgebiete sind Leitungsbau, Fundamentarbeiten im Hochbau und Straßenerneuerung. Die Radausführung macht dort Sinn, wo befestigte Flächen geschont werden müssen oder häufiger Transport zwischen Baustellen anfällt.

Ein Rechenbeispiel: Ein Unternehmen im Leitungsbau setzt täglich auf drei bis fünf verschiedenen Baustellen. Der TB 370 W fährt selbstständig zwischen den Punkten, ohne Tieflader. Bei 20 Kilometern Tagesfahrstrecke spart das rund 90 Minuten gegenüber dem Verladen eines Raupenmodells. Auf 220 Arbeitstage hochgerechnet sind das 330 produktive Stunden.

Allerdings: Auf weichem Untergrund oder bei starker Hanglage stößt der Radbagger an Grenzen. Die Aufstandsfläche ist kleiner als bei Ketten, der Flächendruck höher. Wer überwiegend auf Lehm, Moor oder Bauschutt arbeitet, fährt mit einem kettengetriebenen Kompaktbagger besser.

Wartung und Serviceintervalle

Der Motorölwechsel ist alle 500 Betriebsstunden fällig. Der Hydraulikölfilter wird nach 1.000 Stunden getauscht, das Hydrauliköl selbst nach 2.000 Stunden. Die Achsgetriebe benötigen alle 1.000 Stunden einen Ölwechsel. Takeuchi gibt die Servicekosten über 5.000 Betriebsstunden mit rund 12.000 Euro an, Verschleißteile wie Löffelzähne nicht eingerechnet.

Die Radlagerung ist ein Wartungspunkt, der bei Raupenbaggern entfällt. Die Naben müssen alle 500 Stunden nachgefettet werden. Reifen halten je nach Einsatzprofil zwischen 2.000 und 4.000 Betriebsstunden. Ein Satz Industriereifen kostet rund 3.500 Euro, was in die Kalkulation gehört.

Verfügbarkeit und Vertrieb

Der TB 370 W ist seit Anfang 2024 über das Takeuchi-Händlernetz in Deutschland lieferbar. Die Auslieferzeit liegt laut Hersteller bei 8 bis 12 Wochen. Der Listenpreis beginnt bei rund 95.000 Euro netto, abhängig von Ausstattung und Anbaugeräten. Ein vergleichbarer Mobilbagger eines europäischen Herstellers kostet etwa 15 Prozent mehr, bietet dafür meist längere Serviceintervalle und höhere Wiederverkaufswerte.

Fazit: Spezialist mit klarem Profil

Der Takeuchi TB 370 W besetzt eine Nische zwischen klassischen Minibaggern und schweren Mobilbaggern. Die hydraulische Spurverstellung ist technisch ausgereift und bringt echten Mehrwert auf wechselnden Baustellen mit engen Zufahrten. Wer regelmäßig auf befestigten Flächen arbeitet und Transportzeit sparen will, findet hier ein durchdachtes Konzept.

Für Betriebe, die überwiegend im Gelände oder auf weichen Böden graben, bleibt der Raupenbagger erste Wahl. Der TB 370 W ist kein Allrounder, sondern ein spezialisiertes Werkzeug für definierte Einsatzprofile. Wer dieses Profil kennt und ausschöpft, bekommt eine Maschine, die sich über kürzere Rüst- und Transportzeiten amortisiert.