Der Rubble Master RM 120X setzt neue Akzente im mobilen Asphaltrecycling. Die Brechanlage arbeitet seit Wochen auf deutschen Baustellen und zeigt, was kompakte Abmessungen bei maximaler Durchsatzleistung bedeuten. Präsentiert wird die Maschine vom Händler Christophel, der die Anlage gezielt für Straßenbau- und Recyclingunternehmen positioniert.
Technische Daten: Kompakt, mobil, leistungsstark
Der RM 120X ist ein mobiler Prallbrecher auf Raupenfahrwerk. Das Einsatzgewicht liegt bei rund 32 Tonnen, die Transportbreite bei 2,55 Metern. Das bedeutet: Die Anlage lässt sich ohne Sondergenehmigung auf dem Standard-Tieflader bewegen. Die Aufgabehöhe beträgt 3,2 Meter, die Durchsatzleistung erreicht bis zu 250 Tonnen pro Stunde – abhängig vom Material und der gewünschten Endkorngröße.
Der hydraulisch klappbare Aufgabetrichter fasst 5,5 Kubikmeter Material. Das Austragsband ist in der Höhe verstellbar und kann um 180 Grad geschwenkt werden. Damit lässt sich das Material direkt auf Haufwerke oder in Silos abwerfen. Wer mit einem Radlader beschickt, spart Zeit und Standzeiten. Die Maschine arbeitet mit einem Dieselmotor, der die EU-Stage-V-Norm erfüllt.
Asphaltrecycling: Wo der RM 120X seine Stärken ausspielt
Asphaltrecycling ist der Haupteinsatzbereich des RM 120X. Fräsgut von Straßenbaustellen wird direkt vor Ort zerkleinert und kann als Tragschicht oder zur Wiederaufbereitung genutzt werden. Das spart Deponiekosten und reduziert den Bedarf an Neumaterial. Auf einer typischen Autobahnbaustelle fallen pro Kilometer bis zu 2.000 Tonnen Fräsgut an. Wer das Material vor Ort aufbereitet, spart durchschnittlich 15 bis 20 Euro pro Tonne – gerechnet gegen Abtransport und Neukauf.
Die Maschine verarbeitet Asphaltbrocken bis zu einer Kantenlänge von 600 Millimetern. Das Endprodukt lässt sich über die Spaltweite einstellen: Von 0 bis 80 Millimeter ist alles möglich. Für den Einsatz im Straßenbau werden meist Körnungen zwischen 0 und 32 Millimetern gefordert. Der RM 120X liefert diese Fraktion in einem Durchgang. Eine nachgeschaltete Siebanlage ist nur bei höheren Qualitätsanforderungen nötig.
Praxiseinsatz: Was Christophel berichtet
Händler Christophel setzt den RM 120X auf Straßenbaustellen in Süddeutschland ein. Ein Beispiel: Eine Kreisstraße wird auf 8 Kilometern saniert. Das anfallende Fräsgut beträgt rund 12.000 Tonnen. Mit dem RM 120X wird das Material direkt neben der Baustelle gebrochen und als Tragschicht wiederverwendet. Die Brechanlage schafft bei diesem Einsatz rund 180 Tonnen pro Stunde. Das bedeutet: In rund 65 Betriebsstunden ist das gesamte Material verarbeitet.
Der Aufwand für Transport und Aufstellung liegt bei etwa 4 Stunden. Die Maschine benötigt eine Stellfläche von circa 15 mal 20 Metern. Ein Mann bedient die Anlage, ein zweiter beschickt mit dem Radlader. Der Dieselverbrauch liegt bei durchschnittlich 18 Litern pro Stunde. Bei einem Dieselpreis von 1,50 Euro macht das 27 Euro Treibstoffkosten pro Betriebsstunde. Dazu kommen Wartung, Verschleißteile und Bedienerkosten – insgesamt kalkuliert Christophel mit rund 80 Euro pro Betriebsstunde inklusive Logistik.
Wirtschaftlichkeit: Wann rechnet sich die Investition?
Der RM 120X kostet in der Grundausstattung rund 420.000 Euro. Für Unternehmen, die regelmäßig Recyclingaufträge abwickeln, amortisiert sich die Anlage schnell. Ein Rechenbeispiel: Ein mittelständisches Straßenbauunternehmen verarbeitet pro Jahr rund 25.000 Tonnen Asphaltfräsgut. Ohne eigene Brechanlage fallen Deponiekosten von etwa 12 Euro pro Tonne sowie Neuanlieferung von Tragschichtmaterial für rund 18 Euro pro Tonne an – insgesamt also 30 Euro pro Tonne oder 750.000 Euro pro Jahr.
Mit dem RM 120X reduzieren sich die Kosten auf die reinen Betriebskosten der Brechanlage. Bei 25.000 Tonnen und 180 Tonnen Durchsatz pro Stunde sind das rund 140 Betriebsstunden. Bei 80 Euro pro Stunde macht das 11.200 Euro direkte Kosten. Selbst wenn man Kapitaldienst, Versicherung und Abschreibung einrechnet, liegt die Einsparung bei über 600.000 Euro pro Jahr. Die Anlage hat sich damit in weniger als einem Jahr amortisiert.
Alternative Einsatzfelder: Bauschutt, Naturstein, Kies
Neben Asphalt verarbeitet der RM 120X auch Bauschutt, Naturstein und Kies. Auf Abbruchbaustellen zerkleinert die Maschine Betonbrocken bis zu einer Druckfestigkeit von 120 MPa. Das Endprodukt kann als Füllmaterial oder für den Wegebau genutzt werden. Auch im Kieswerk findet die Anlage Einsatz: Überkorn oder fehlsortiertes Material wird nachgebrochen und wieder in den Produktionsprozess eingeschleust.
Ein weiterer Vorteil: Der RM 120X arbeitet leise. Mit 103 Dezibel Schallleistung liegt die Maschine deutlich unter den Grenzwerten für innerstädtische Baustellen. Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten in Wohngebieten und bei Nachtbaustellen. Für Unternehmen, die im urbanen Raum arbeiten, ist das ein entscheidender Pluspunkt.
Marktumfeld: Mobile Brecher im Vergleich
Der RM 120X steht in Konkurrenz zu Anlagen von Kleemann, Metso und Sandvik. Der Kleemann MR 130 EVO2 bietet eine ähnliche Durchsatzleistung bei etwas höherem Eigengewicht. Der Metso Lokotrack LT1110S punktet mit größerer Aufgabeöffnung, ist aber auch teurer. Der Rubble Master positioniert sich als kompakte, mobile Lösung für kleinere und mittlere Baustellen. Wer häufig den Standort wechselt, profitiert von den geringen Transportkosten.
Ein Blick auf das Gesamtportfolio von Rubble Master zeigt: Der Hersteller setzt konsequent auf Mobilität und Kompaktheit. Der kürzlich vorgestellte RM V550e als erster vollelektrischer Backenbrecher zeigt, wohin die Reise geht. Auch beim RM 120X ist eine elektrifizierte Version denkbar – bislang gibt es aber noch keine offiziellen Pläne.
Wartung und Verschleißteile: Was Betreiber wissen müssen
Die Wartungsintervalle liegen bei 250 Betriebsstunden für Ölwechsel und Filter. Die Prallplatten im Brecher müssen je nach Material nach 1.000 bis 1.500 Betriebsstunden getauscht werden. Ein Satz kostet rund 8.000 Euro. Die Verschleißleisten am Aufgabetrichter halten etwa 2.000 Stunden. Christophel kalkuliert mit rund 5 Euro pro Betriebsstunde für Verschleißteile – ein üblicher Wert in dieser Maschinenklasse.
Der Zugang zu den Wartungspunkten ist gut gelöst. Motorhaube und Seitenverkleidungen lassen sich werkzeuglos öffnen. Die Schmierplan-Übersicht sitzt direkt an der Maschine. Für die Ferndiagnose bietet Rubble Master ein Telematiksystem an. Damit lassen sich Betriebsstunden, Standorte und Fehlermeldungen in Echtzeit auslesen. Das System kostet rund 1.200 Euro Aufpreis und 30 Euro monatlich für die Datenübertragung.
Fazit: Für wen sich der RM 120X lohnt
Der Rubble Master RM 120X ist eine durchdachte mobile Brechanlage für mittlere Recycling- und Straßenbauunternehmen. Die Maschine punktet mit kompakten Abmessungen, hoher Mobilität und solider Durchsatzleistung. Wer jährlich mindestens 20.000 Tonnen Material verarbeitet, kann mit einer Amortisationszeit von unter zwei Jahren rechnen. Für gelegentliche Einsätze ist Miete die wirtschaftlichere Lösung – die liegt bei etwa 3.500 bis 4.000 Euro pro Woche.
Im Vergleich zu größeren Anlagen bietet der RM 120X Vorteile bei Transport und Flexibilität. Für Großbaustellen mit mehr als 500 Tonnen Durchsatz pro Tag sind größere Modelle wie der RM 120GO! oder Anlagen von Kleemann und Metso die bessere Wahl. Für den typischen Straßenbau- und Recyclingeinsatz im DACH-Raum liefert der RM 120X aber genau die Leistung, die gebraucht wird – ohne Schnickschnack, dafür mit klarem Return on Investment.





