Rubble Master weitet seine Fertigungskapazitäten aus. Der österreichische Hersteller mobiler Brechanlagen reagiert damit auf anhaltend lange Lieferzeiten und wachsende Nachfrage im Recycling-Segment. Konkrete Zahlen zur Investitionshöhe oder zur geplanten Steigerung der Jahresproduktion nennt das Unternehmen bislang nicht.
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Seit 2022 kämpft die Branche mit Lieferengpässen bei elektronischen Bauteilen und Hydraulikkomponenten. Rubble Master verzeichnet nach eigenen Angaben besonders in Nordamerika und Westeuropa steigende Auftragseingänge. Der RM 120X und der RM V550e – der erste vollelektrische mobile Backenbrecher – treiben die Nachfrage an.
Für Betreiber bedeutet die Kapazitätserweiterung vor allem eines: kürzere Wartezeiten. Aktuell liegen die Lieferfristen je nach Modell zwischen 6 und 12 Monaten. Mit der Produktionssteigerung will Rubble Master diese auf 3 bis 6 Monate senken. Gerade im Recycling-Sektor ist das entscheidend, wo Betreiber kurzfristig auf Projektaufträge reagieren müssen.
Technologisch setzt Rubble Master verstärkt auf elektrische Antriebe. Der RM V550e arbeitet komplett ohne Diesel und reduziert die Betriebskosten laut Hersteller um bis zu 40 Prozent gegenüber konventionellen Brechern. Allerdings liegt der Anschaffungspreis rund 30 Prozent höher. Bei 2.000 Betriebsstunden pro Jahr amortisiert sich die Mehrausgabe nach etwa 4 Jahren.
Die Kapazitätserweiterung zielt auch auf neue Märkte. Rubble Master baut seine Präsenz in Asien aus, wo mobile Brechanlagen bislang weniger verbreitet sind als stationäre Siebanlagen. In China und Indien wachsen urbane Bauprojekte stark, gleichzeitig verschärfen sich Umweltauflagen. Mobile, emissionsarme Recyclingtechnik wird dort zunehmend nachgefragt.
Für die Wettbewerber steigt der Druck. Kleemann hat bereits vollelektrische Brech- und Siebanlagen im Programm. Sandvik und Metso investieren ebenfalls in elektrische Antriebe und Hybrid-Lösungen. Der Markt für mobile Brecher wird technologisch und logistisch härter umkämpft.
Entscheidend bleibt die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Viele Betreiber klagen über lange Wartezeiten bei Verschleißteilen wie Brechbacken oder Siebmatten. Ob Rubble Master auch hier nachbessert, ist offen. Ohne verlässliche Teileversorgung nützt selbst die kürzeste Maschinenlieferzeit wenig, wenn der Brecher nach 500 Betriebsstunden stillsteht.






